Ein Team von europäischen Wissenschaftlern hat die LoRa zum ersten Mal Fernsignale vom Mond. Mit dieser Leistung wurde ein neuer Rekord von 730.360 Kilometern aufgestellt, die längste Strecke, die die LoRa-Technologie je zurückgelegt hat. Es ist auch das erste Mal, dass handelsübliche, kleine RF-Chips (Radiofrequenz) verwendet wurden, um Dateninformationen hin und her zu senden. In kürzester Zeit wurde die gesamte Nachricht “PI9CAM” (das Rufzeichen des Teleskops) von der Erde zum Mond übertragen.

Es beweist auch, dass die LoRa-Technologie, die in vielen IoT-Anwendungen (Internet der Dinge) eingesetzt wird, so große Entfernungen überwinden und Informationen mit geringem Stromverbrauch vom Mond aus senden und empfangen kann. Dies könnte für die zukünftige Kommunikation auf dem Mond von Bedeutung sein.
Zum Team gehören Jan van Muijlwijk (CAMRAS), Tammo Jan Dijkema (CAMRAS), Thomas Telkamp (Lacuna Space) und Frank Zeppenfeldt (ESA), von denen einige eine Amateurfunklizenz besitzen. Für die Übertragung nutzte das Team das Radioteleskop Dwingeloo, das von der CAMRAS-Stiftung in den Niederlanden betrieben wird. Radioteleskope werden seit jeher für Amateurfunk-Experimente eingesetzt und werden heute häufig für Mondreflexionen verwendet.
Neben der technischen Demonstration der vom Mond zurückgeworfenen Signale wurden während des Experiments auch einige zusätzliche wissenschaftliche Untersuchungen durchgeführt, so die Forscher. Da die Funksignale leicht versetzt sind, können sie mit der theoretischen Position des Mondes verglichen werden. Natürlich bewegt sich der Mond auch während der Übertragung des Signals. Die Mondkugel ist tatsächlich zu sehen, wenn man die zur Erde zurückgesendeten Signale beobachtet.
Nicolas Sornin, Miterfinder von LoRa, sagte: “Das war ein großartiges Experiment. Ich hätte mir nie träumen lassen, dass LoRa-Signale eines Tages bis zum Mond und zurück reichen würden. Ich war beeindruckt von der Qualität der aufgezeichneten Daten. Der Datensatz wird zu einem Klassiker der Funkkommunikation und Signalverarbeitung werden. Vielen Dank an das Team und die CAMRAS-Stiftung, die dies ermöglicht haben.”
Thomas Telkamp, Chief Technology Officer von Lacona Space, einem globalen Konnektivitätsanbieter für das Internet der Dinge, sagte: “Es ist aufregend, Nachrichten vom Mond zu sehen. Anhand der Umlaufzeit konnten wir die Entfernung zum Mond berechnen, was mit dem JPL Horizons Ephemeridensystem der NASA übereinstimmt. Die Vorhersagen stimmten sehr gut überein. Wir haben sogar das Echo genutzt, um eine Form des Mondes zu sehen, die wir uns nicht hätten vorstellen können.”